Deutsche Bio-Anbauverbände – Bio Made in Germany.

 
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Öko-Landwirtschaft hat hierzulande eine lange Tradition. Die meisten deutschen Bio-Bauern und Verarbeitungsbetriebe sind Mitglieder eines der zahlreichen Verbände des ökologischen Landbaus. In Deutschland gibt es momentan acht Anbauverbände des anerkannt ökologischen Landbaus. Allen gemeinsam ist, dass eine Teilumstellung des Betriebes auf ökologischen Anbau, wie nach der EU-Öko-Verordnung erlaubt, nicht möglich ist. Nach ihrem Gründungsjahr geordnet sind dies die folgenden Verbände:

Demeter e.V.
Der Demeter-Bund wurde 1928 gegründet und beruht auf dem anthrophosophischen Gedankengut von Rudolf Steiner. Er ist der einzige Anbauverband, der nach der biologisch-dynamischen Methode wirtschaftet, und er folgt den strengsten Anbau- und Tierhaltungsvorschriften. Bio-Bauern die biologisch-dynamisch wirtschaften, tun dies aus tiefster Überzeugung. Heutzutage ist Demeter weltweit tätig.
Häufig zitierter Ausspruch: »In liebevoller Verantwortung für unsere Haustiere bekommen Rinder, Schweine, Geflügel, Schafe und Ziegen, aber auch Bienen artgerechte Ställe, Bewegung, frische Luft und achtsame Zuwendung.“

Bioland e.V. – Verband für organisch-biologischen Landbau
Den „bio-gemüse e.V.“ gründeten 1971 süddeutsche Bäuerinnen und Bauern. 1987 in Bioland umbenannt, ist der Verband heute aufgrund seiner Mitgliederzahl und Fläche der größte ökologische deutsche Anbauverband. Bioland-Bauern wirtschaften organisch-biologisch, eine Anbauform, die aus der Schweiz stammt und von dem Agrarpolitiker Dr. Müller und dem deutschen Arzt H. P. Rusch entwickelt wurde.

Nicht nur Biobauern produzieren nach Bioland-Richtlinien, sondern auch Bäckereien, Metzgereien, Molkereien, Brauereien, Mühlen, Restaurants und Safthersteller. Sie alle erkennt man an dem Bioland-Siegel.

Biokreis e. V. – Verband für ökologischen Landbau und gesunde Ernährung
1979 wurde der Biokreis von Bauern und Verbrauchern gegründet. Am Anfang auf Ostbayern beschränkt, gehören heute ca. 700 Landwirte in Hessen, Nordrheinwestfalen und Bayern, ebenso wie 60 Verarbeiter von Bio-Rohstoffen, zum Biokreis. Die Erhaltung der bäuerlichen Landwirtschaft auf Basis des ökologischen Landbaus steht beim Biokreis im Vordergrund.

Naturland – Verband für ökologischen Landbau e.V.
Naturland (1982) ist mit seinen 50.000 Mitgliedern weltweit eine der größten internationalen Zertifizierungsorganisationen für Öko-Produkte. Die Verbandsrichtlinien von Naturland enthalten zudem Sozialrichtlinien sowie Richtlinien zur ökologischen Aquakultur, die in der EG-Öko-Verordnung bisher nicht berücksichtigt werden. Außerdem hat Naturland ein Konzept zur Rückverfolgung von Lebensmitteln entwickelt: Viele Naturland-Produkte tragen eine Code-Nummer, die man unter www.bio-mit-gesicht.de eingeben und so den „Lebenslauf“ des gekauften Produktes nachvollziehen kann. International arbeitet Naturland seit über 20 Jahren eng mit den Fairhandelsorganisationen zusammen. In Deutschland hat Naturland eigene Fair Kriterien aufgestellt und Verarbeiter innerhalb des Projekt „Faire Partnerschaften“ für ihr Engagement ausgezeichnet.

Ecovin – Bundesverband ökologischer Weinbau
Ecovin wurde 1985 gegründet. Ökologischer Wein unterliegt besonderen rechtlichen Regelungen, da der ökologisch wirtschaftende Winzer gleichzeitig Anbauer, Verarbeiter und Vermarkter ist. Ecovin soll als Dachverband die Winzer hierbei unterstützen. Die Richtlinien von Ecovin schreiben unter anderem vor, dass ein Mehrwegsystem für die Verpackung genutzt wird.

Gäa e. V. – Vereinigung ökologischer Landbau
Der Verband Gäa e. V. wurde 1989 in Dresden gegründet. Seine Wurzeln liegen in der Umweltbewegung der 80er Jahre in der ehemaligen DDR. Dem Verband Gäa können neben Landwirten auch Handelsfirmen und Betriebe der Weiterverarbeitung von ökologischen Rohstoffen beitreten. Der Verband widmet sich besonders der Umstellung von konventionellen Agrarbetrieben auf die ökologische Landwirtschaft im Osten Deutschlands.

Biopark e. V. – Verband für Erzeuger und Verarbeiter ökologischer Produkte
Biopark entstand 1991 in Mecklenburg-Vorpommern und ist heute bundesweit vertreten. Inzwischen wirtschaften ca. 600 landwirtschaftliche Betriebe und 100 Händler und verarbeitende Unternehmen nach den Biopark-Richtlinien. Die Landschaftspflege mit Nutztieren, der Anbau von Marktfrüchten sowie die Mutterkuh-, Mutterschafhaltung und die Schweine- und Geflügelmast sind die wichtigsten Produktionsrichtungen der Biopark-Betriebe.

Ecoland e. V. – Verband für ökologische Land- und Ernährungswirtschaft
1996 als regionaler Öko-Verband gegründet, betreut Ecoland vor allem die ökologische Fleisch- und Getreideerzeugung und – verarbeitung in der Region Hohenlohe. Die Ziele Ecolands sind ein naturgemäßer Landbau im Sinne des Natur- und Umweltschutzes, der Erhalt der Kulturlandschaft und die Stärkung des ländlichen Raums.

Einige dieser Bio-Verbände hatten bereits lange bevor es das offizielle Bio-Siegel gab Verbands- und Warenzeichen eintragen und patentrechtlich schützen lassen. Diese Kennzeichnung findet man heute meist direkt neben dem sechseckigen deutschen Bio-Siegel.

Die Rahmenrichtlinien der Verbände werden von ihrer jeweiligen Dachorganisation festgelegt. In Deutschland ist das der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), auf internationaler Ebene sind dies die International Federation of Organic Agriculture Movements (IFOAM) und die International Society of Organic Agricultural Research (ISOFAR). Diese Organisationen ermöglichen es den Verbänden, ihre Bio-Interessen auch über verbandsinterne, regionale und sogar internationale Grenzen hinaus zu vertreten.

Dabei geht es um weit mehr als nur den Verzicht auf Chemie. Die Verbände legen großen Wert darauf, den ökologischen Landbau umfassend und konsequent umzusetzen. Das heißt, es wird auch der Zusammenhang zwischen landwirtschaftlicher Erzeugung, gesunder Ernährung und dem Erhalt der Kulturlandschaft berücksichtigt. So werden sämtliche Betriebsflächen und -zweige einschließlich der Tierhaltung in die ökologische Bewirtschaftung eines Hofes einbezogen. Ein Produkt, das also mit einem Verbandszeichen gekennzeichnet ist, wird mehr als nur den Vorschriften der EG-Öko-Verordnung gerecht – es erfüllt den höchsten Standard, der derzeit an ein Bio-Produkt gestellt wird.

Dazu gehört zum Beispiel das Verbot bestimmter Verarbeitungsschritte, bei denen ein Lebensmittel besonders stark verändert wird, beispielsweise das Härten, also das chemische Umbauen von pflanzlichen Ölen, das Ultrahocherhitzen von Milch oder der Einsatz von Saftkonzentraten.

Auch die Liste der zulässigen Zusatzstoffe ist weniger umfangreich und für jede Produktgruppe einzeln geregelt. Der Einsatz von Enzymen als Hilfsstoff ist nur in Ausnahmefällen erlaubt, etwa beim Pressen bestimmter Obstsäfte. Natürliche Aromen dürfen ausschließlich in Form reiner ätherischer Öle oder als Extrakt der jeweiligen Pflanze verwendet werden.

Aufgrund der wachsenden Nachfrage nach Bio-Produkten haben viele große Handelsketten in den letzten Jahren eigene Bio-Marken gegründet. Sie bedienen sich dabei der Produkte verschiedener Bio-Hersteller und fassen sie unter einer neuen Eigenmarke zusammen. Alle diese Produkte erfüllen mindestens die EG-Öko-Verordnung. Hier eine Liste der bekanntesten Eigenmarken:

  • - Alnatura
  • - Bio-Wertkost
  • - BioBio
  • - Grünes Land
  • - Naturkind
  • - Rewe Bio
  • - tegut…bio
  • - Bioness

Viele Bio-Produkte findet man aber nach wie vor nur im Reformhaus. Man erkennt sie an ihrem „Bioblatt“-Logo.

Zum Glück gibt’s die neue RITTER SPORT Bio-Schokolade in jedem Supermarkt. Und erkennen können Sie sie auch ganz leicht: An ihrem praktischen quadratischen 65g-Format, dem grünen Bio-Siegel und ihrem wahnsinnig leckeren Geschmack.

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