Bio-Kakao – Gut für Umwelt, Bauern und Schokoladenliebhaber.

 
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Echter Bio-Kakao wird nach den Maßstäben des ökologischen Landbaus in Mischkulturen gewonnen, wie sie unter natürlichen Gegebenheiten im Regenwald zu finden sind. Das heißt, jeder Kakaobaum bekommt seine Kakaomutter zur Seite – eine größere Pflanze, die ihn vor direkter Sonne und Wind schützt. Die für den Boden notwendigen Nährstoffe liefern die Ernteabfälle dieser Mischkulturen, beispielsweise Mais-, Ananas- und Maniokpflanzen. Auch der Anbau zusammen mit Orangenbäumen, Bananen-, Guaven- oder Avocadobäumen, Kokospalmen und verschiedenen Wurzelgemüsen ist üblich. Das stellt ein natürliches Gleichgewicht her und sichert den Bio-Bauern ein zusätzliches Einkommen.

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Diese Anbaumethode hat allerdings auch einen kleinen Nachteil: Der biologische Kakaoanbau ist 20-30% weniger ertragreich als der Anbau in Monokulturen. Bereits in den 70er Jahren versuchte man deshalb, aus dem Kakaobaum eine Kulturpflanze zu machen, die weniger Pflege benötigt und mehr Ertrag einbringt. Anfangs funktionierte dieses Vorhaben, doch schon nach wenigen Jahren waren diese Bäume geschwächt und aufgrund des feucht-warmen Klimas sehr anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Schnell stieg der Einsatz von Wasser, Düngemitteln und Pestiziden so stark an, dass Kakao-Plantagen sowohl ökonomisch, als auch ökologisch immer mehr in die Kritik gerieten. Heute ist daher der naturnahe Anbau wieder auf dem Vormarsch.

Bio-Kakaoanbau dämmt aufgrund der eingesetzten Mischkulturen und standortgerechten Nutzpflanzen Erosion, Austrocknung und Nährstoffverlust der Böden ein. Diese Anbauform trägt dazu bei, die Ausdehnung landwirtschaftlicher Flächen zu begrenzen und damit die Regenwälder vor Abholzung zu schützen. Durch den Verzicht auf die oftmals gesundheitsschädlichen Spritz- und Düngemittel spart der Bauer zudem bares Geld.

Der Marktwert für Bio-Kakao ist im Vergleich zu konventionellem Kakao relativ stabil. Doch nicht nur die Bauern haben einen Vorteil, wenn sie ihren Kakao ökologisch anbauen. Neben allen rationalen Argumenten ist es am Ende wahrscheinlich auch sein aromatischer Geschmack, der jeden Schokoladenliebhaber überzeugt.

Bereits 1990 hat RITTER SPORT seine besondere Verantwortung als Abnehmer von Kakao aus der Dritten Welt erkannt und das private, agroforstliche Entwicklungprojekt „CACAONICA“ in Nicaragua gegründet. Bei diesem Projekt werden die dort ansässigen Kleinbauern unterstützt, organischen Kakaoanbau zu betreiben. Damit wird einerseits den Bauern und ihren Familien ein gesichertes Einkommen ermöglicht, andererseits wird der Regenwald durch den agroforstlichen Anbau geschützt.

Auch RITTER SPORT profitiert von dieser partnerschaftlichen Zusammenarbeit durch eine Steigerung des eigenen Know-How über den Hauptrohstoff Kakao mit dem langfristigen Ziel, den im Rahmen des Projekts erzeugten Kakao für die eigene Produktion einzusetzen. Die genossenschaftlich organisierte Kooperative hat sich inzwischen positiv weiterentwickelt, baut nachhaltig und ökologisch Kakao an und vertreibt diesen erfolgreich.

RITTER SPORT ist Hauptabnehmer dieser Kooperative. Am Anfang wurde, aufgrund der geringen Mengen, der Bio-Kakao den konventionellen Schokoladenmassen beigemischt. Seit Anfang 2008 verwendet RITTER SPORT den CACAONICA-Kakao für seine eigene Bio-Schokolade. Übrigens als erster Großanbieter in Deutschland.